Jukuren - Karate für ältere Menschen

Karate für Ältere

 

Projekt: Bewegt älter werden in NRW

Projektbeschreibung des Karate-Dachverbandes NW

Ausgangslage:
Karate-Do steht in der Tradition der Do-orientierten also Weg-orientierten Kampfkünste. Es ist eine Sportart, die ein Leben lang betrieben werden kann.

In Japan, dem Heimatland des Karate, genießen alte Menschen hohes Ansehen.

Diese Achtung und Respekt vor älteren Menschen findet man auch in der Sportart Karate. Lehrgänge bei „alten Meistern“ werden auch in Deutschland sowohl von Jugendlichen als auch von älteren Menschen stark nachgefragt. Innerhalb des Vereins trainieren Karateka in der Regel generationenübergreifend miteinander. Es gibt in einigen Vereinen jedoch auch spezielle Angebote für Späteinsteiger/innen.

Der Anteil der älteren Mitglieder im KDNW ist innerhalb der letzten 10 Jahre von 6.6 % auf 15% gestiegen.

Der Karate-Dachverband NW hat sich erstmals 1998 mit der Gruppe der Älteren im Karatesport auseinandergesetzt und 1999 bereits eine erste Qualifizierungsmaßnahme „Sport der Älteren“ in Kooperation mit dem LSB angeboten.

Von 2004 bis 2008 wurden unter meiner Leitung im „Jukurenprojekt“ (Jukuren = japanisch die „Erfahrenen“) des Deutschen Karateverbandes wichtige Zielsetzungen und inhaltliche Festlegungen für den Karatesport mit Älteren erarbeitet, die in der 2008 konzipierten Ausbildung „Karate der Jukuren“ ihren Niederschlag fanden. In NRW gibt es aus diesen Qualifizierungen etwa 20 Jukurentrainer/innen. Hinzu kommt, dass der Karate-Dachverband seit 2004 regelmäßig ÜL-P Ausbildungen mit dem Profil HuB in Kooperation mit dem LSB durchführt und inzwischen etwa 50 Übungsleiter Prävention ausgebildet hat. Diese Ül und Trainer/innen können aufgrund ihrer Ausbildung und Erfahrung wichtige Stützen für die Umsetzung des Projektes auf der Vereinsebene sein.

Eine wissenschaftliche Studie des Bayrischen Karate Bundes in Kooperation mit der Universität Regensburg hat 2011 nachgewiesen, dass Karate zur Verbesserung der Lebensqualität im späten Erwachsenenalter beiträgt. Insbesondere in den Bereichen Koordination/ Gleichgewichtsfähigkeit, Merkfähigkeit und der emotionalen Befindlichkeit zeigte die Untersuchung z.T. signifikante Verbesserungen.

Projektidee:
Auf Grund der Interessenlage von Seniorinnen und Senioren an der Sportart Karate bieten sich für das Projekt drei Schwerpunkte an:

1.Sicherheitstraining für Senior/innen

2.Gesundheitsorientiertes Karatetraining

3.Wiedereinstiegsprogramm für ehemalige Karateka

 

Karate für Ältere

Zu 1 - Sicherheitstraining für Senioren/innen:
Da Karate eine der traditionellen Selbstverteidigungskünste ist, wird aus jeder Altersgruppe eine starke Nachfrage im Bereich der Selbstverteidigung und Selbstbehauptung an den KDNW herangetragen.

Innerhalb des Projektes möchte der Karate-Dachverband NW für ältere Bürgerinnen und Bürger ein Kursangebot entwickeln, dass die Teilnehmer/innen qualifiziert sich selber oder auch anderen Personen gegen Übergriffe zu schützen.

Der Kurs soll Elemente des Selbstschutzes, der Selbstbehauptung, der Hilfeleistung und des Hilfeersuchens beinhalten.

Das Angebot wendet sich bewusst nicht an eine altersmäßig klar umgrenzte Gruppe, sondern an „Jukuren“ also „lebenserfahrene Menschen“.

Das Kursangebot soll von Karatevereinen in Zusammenarbeit mit den SSB/KSB, der Polizei (Kommissariat Vorbeugung), den kommunalen Seniorenvertretungen und weiteren örtlichen Institutionen umgesetzt werden. Auf diese Weise könnte eine große Gruppe von Bürger/innen erreicht werden und die Vernetzung unseres Verbandes und unserer Vereine innerhalb der Kommunen gestärkt werden

Der Karate-Dachverband NW möchte daher ein Kurskonzept entwickeln, das beide Aspekte miteinander verbindet: Ein Sicherheitstraining, dass die TN qualifiziert, sich selbst zu schützen, anderen zu helfen und dabei sich selbst nicht zu gefährden.

Powerpoint-Präsentation von T. Behnke zum Thema Sicherheitstraining

 

Zu 2 - Gesundheitsorientiertes Karatetraining:
In den letzten zwanzig Jahren kommen immer mehr Späteinsteiger in die Karatevereine. Häufig steht bei dieser Gruppe der Wunsch, noch einmal etwas ganz Neues zu lernen und gleichzeitig etwas für die Gesundheit zu tun, im Vordergrund.

Der Karate-Dachverband NW möchte die gesundheitsfördernden Aspekte des Karate, in einem zielgruppengerechten Trainingsprogramm zusammenfassen, dass die Koordination, Reaktionsfähigkeit, Kraft, Beweglichkeit schult und damit auch die Merkfähigkeit und das Selbstwertgefühl verbessert.

Zu 3 - Wiedereinstiegsprogramm für ehemalige Karateka:
„Wie können ehemalige Karateka wieder zurück gewonnen und zu Lebens begleitenden Karatetraining motiviert werden“, ist für unseren Verband ein neuer Schwerpunkt. Hier könnten innerhalb des Projektes untersucht werden, wo die speziellen Bedürfnisse und Probleme dieser Zielgruppe liegen und wie sie sinnvoll aufgegriffen werden sollten. Insbesondere die Auseinandersetzung der Wiedereinsteiger/innen mit den eigenen Leistungsansprüchen und dem Prozess des Älterwerdens könnte ein besonderer Aspekt dieses Schwerpunktes sein. Hier wäre auch eine wissenschaftliche Begleitung wünschenswert! 

Umsetzungsschritte:

  1. Entwicklung der Kurs- bzw. Angebotskonzepte
    - Einrichtung einer Arbeitsgruppe: Thomas Behnke USC Duisburg, Heribert Rojek, Breitensportreferent, Werner Girnstein, stellvert. Breitensportreferent und Susanne Nischmann, Frauenreferentin, Elisabeth Bork, Breitensportkoordinatorin
    - Entwicklung und Niederlegung der Konzeption durch eine Honorarkraft. Dieser erste Schritt wäre bis zum Sommer 2012 möglich!
  2. Informationsveranstaltung für interessierte Vereine (spätestens im September 2012) --> Info-Abend für interessierte Vereine am 20.06.2012 in Duisburg-Wedau
  3. Erprobung der Kurskonzepte
    Die Erprobung und ggf. Modifizierung der Kursangebote in jeweils 3 – 4 Vereinen könnte - nach einer Einweisung der Mitarbeiter/innen der Vereine und den Absprachen mit den Kooperationspartnern auf der kommunalen Ebene - in der zweiten Jahreshälfte 2012 durchgeführt werden.
  4. Qualifizierung von Trainer/innen
  5. Unterstützung der Vereine bei der Vernetzung mit SSB/KSB, z.B. durch Aufbau von Fachschaften
  6. Erstellen von Infomaterialien für potentielle Kooperationspartner und Werbematerial für die Zielgruppe
  7. Evaluierung des Projektes

 


Der NDR hat einen spannenden Beitrag zum Thema "Karate für Ältere" gesendet: Link zum Fernsehbeitrag 

 

 

 

 

-ema-

 

 

 


Mitglied im DKV

Footer9

KARATE2014 Logo

 

Ihr findet uns auch hier ...

kdnw facebookkdnw twitterkdnw rss